Diese Zusammenarbeit ist preisgekrönt

Schonach (ufl) Eifrig nachgedacht und nach Lösungen gesucht hatte der Leiter der technischen Abteilung, Robert Ketterer, als die Firma Burger Industriewerke (BIW) versuchte, die von Auftraggeber BMW geforderten Preisnachlässe einzuräumen, um den Auftrag für die Fertigung von Hinterachsenteilen von BMW-Motorrädern nicht zu verlieren. Ergebnis ist eine neue, jetzt preisgekrönte Kooperation.

Nach Gesprächen mit Geschäftsführer Wolfgang Förtsch kam die Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro „Ifutec“ aus Karlsbad-Langenstein zustande. „Ifutec“ hat ein patentiertes Verfahren entwickelt, um in der Herstellung der vorgestauchten Rohre, die für diese Achse benötigt werden, jährlich etwa 130 000 Kilo Späne zu sparen und die Belastbarkeit des Materials durch diese spezielle Umformtechnik zu erhöhen. „Bisher wurde ein dickwandiges Rohr von etwa drei Kilo Gewicht zerspant, aber durch diese neu entwickelte Technik sparen wir Material und Herstellungskosten“, freute sich Geschäftsführer Wolfgang Förtsch. Der speziell behandelte Rohling wiegt nun noch 1,7 Kilo. Das spare Schrott, Öl und Maschinenverschleiß und komme so auch der Umwelt wieder zugute.

Dem Vorschlag von Eberhard Rauschnabel von der Firma Ifutech, sich beim Verband deutscher Ingenieure für den „Win Win Cup“ zu bewerben, stand Förtsch anfangs sehr skeptisch gegenüber. „Großkonzerne nehmen an dieser Ausschreibung teil“, erklärte er. Allein schon in die Nominierung unter über 100 Bewerbern aus deutschen Betrieben zu kommen, war für die Betriebe ein sensationeller Erfolg. Die Firma Burger mit derzeit 275 Mitarbeitern und die Firma Ifutech mit 14 Mitarbeitern kamen in der Wertung auf den zweiten Platz.

Seit Juni 2007 sind 150 000 Motorräder mit der neuen Achse unterwegs, bisher ohne Reklamation, freuen sich die Verantwortlichen. Die Kundenbeziehung zu BMW sei deutlich gefestigt worden und durch die neue Technik habe die Firma Burger mehr Potential für neue Aufträge. Auch in Zeiten der Finanzkrise sei Kurzarbeit oder die Streichung des Weihnachtsgeldes in der Firma kein Thema. „Natürlich ist eine gewisse Angst für die Zukunft da“ räumt Wolfgang Förtsch ein. „ Aber wir zeigen Flexibilität und haben Neuprojekte, um die Folgen der Finanzkrise weitgehendst abfangen zu können.“

Ab Frühjahr 2009 fertigt das Unternehmen auch Teile für den medizinischen Bereich. Bisher hat eine Firma aus Lettland Monitorarme für Dialysegeräte produziert. Nun bekam den Auftrag die Firma Burger. Für Wolfgang Förtsch ist es wichtig, dass seine Mitarbeiter zufrieden sind. „Großkunden sehen so, dass wir sehr viel leisten können und sehr flexibel sind.“

Die Auszeichnung des Verbandes deutscher Ingenieure unterstreicht die Methode der Zusammenarbeit von BIW und Ifutech deutlich. Diese Preisverleihung für ein gutes „Kunden-Lieferanten-Verhältnis“ gibt es seit etwa zehn Jahren. Um so mehr hat es Wolfgang Förtsch gefreut, dass auch ein kleinerer Betrieb es mit guter Zusammenarbeit und einem zukunftsorientierten Konzept auf den zweiten Platz geschafft hat – und mit 1318 Punkten nur zehn Punkte hinter den Siegern, der Firma Claas mit 8500 Mitarbeitern und der Firma Simrit mit weltweit über 35 000 Mitarbeitern.

Von Ute Fleig
Südkurier

Bild: Ute Fleig

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