Der Mittelstand schafft Arbeitsplätze
Ministerpräsident Erwin Teufel und CDU-Kandidat Siegfried Kauder bei
Schonacher Firma BIW zu Besuch
Schonach. Auf ihrer Wahlkampftour
im Schwarzwald-Baar-Kreis besuchten
Ministerpräsident Erwin Teufel und CDU-Bundestagskandidat Siegfried Kauder
gestern Mittag die Schonacher Firma Burger Industriewerk. Im Vordergrund
stand bei der zweistündigen Visite die Vorstellung des reinen
Präzisionstechnik-Zulieferbetriebs und die Lage sowie Leistungen des
Mittelstandes.
»Es ist uns eine Ehre, Sie hier begrüßen zu dürfen«, sagte Geschäftsführer
Wolfgang Förtsch im BIW-Sitzungsraum zu Erwin Teufel gleich nach dem
musikalischen Willkommensgruß durch die Örgeli-Hausband auf dem
Werksgelände. Begrüßt wurde er auch von Prokurist Werner Hock,
Betriebsratsvorsitzendem Mathias Nagel und Hauptgesellschafter Klaus Leier.
Auch der örtliche CDU-Vorsitzende Herbert Fehrenbach und
CDU-Fraktionssprecher Rainer Schyle wohnten dem Gespräch mit anschließendem
Firmenrundgang bei.
Mit dem Ministerpräsidenten angereist war CDU-Bundestagskandidat Siegfried
Kauder. Wie Teufel selbst war Kauder von der BIW-Firmenphilosophie angetan.
Schon bei seinem Besuch vor einem Jahr mit dem CDU-Kreisvorstand war der
Kreisvorsitzende von dem Schonacher Unternehmen und dessen Zusammenspiel
zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer derart beeindruckt, dass er danach
sofort Mittelstandshearings im Kreis einführte. »Sie waren es, die mir
vermittelten, dass man mit Unternehmern sprechen kann und muss«, sagte
Kauder zu Förtsch und betonte: »Nicht die Politik, sondern Unternehmen wie
sie schaffen Arbeitsplätze«.
»In den heutigen Zeiten Arbeitsplätze zu sichern, wie es Ihre Firma tut, ist
eine unglaubliche Leistung«, lobte auch Teufel die BIW-Geschäftsführung. Die
von Förtsch vorgelegten Zahlen, 243 Mitarbeiter im Schonacher Hauptwerk, 35
im Zweitwerk in Welschensteinach und 18 Lehrlinge sowie eine
Umsatzsteigerung in diesem Jahr bei der derzeitigen Konjunkturlage nebst
beachtlicher Kundenliste mit Firmen unterschiedlichster Branchen,
beeindruckten den Landesvater. »Ihr Betonung darauf, dass Ihr wichtigstes
Gut Ihre Mitarbeiter sind, spricht für Sie«, bemerkte er mit Blick auf die
schlanke Firmenverwaltung. Großen Respekt zollte er dem reinen
Zulieferbetrieb dahingehend, dass der es in der »schlimmsten Strukturkrise
Mitte der 90er Jahre« schaffte sich zu fangen. »Ihre Entwicklung ragt trotz
der in unserem Land herrschenden Eigenkapitalschwäche des Mittelstandes aus
der gesamten Wirtschaftsentwicklung heraus und ist damit etwas Besonderes«.
Zu Förtschs geäußerten Sorge bezüglich fehlender Facharbeiter und seinen
Wünschen an die Politiker »helft dem Mittelstand und startet so den Motor
der deutschen Wirtschaft, verkleinert die Bürokratie, vergrößert die
Flexibilität des Arbeitsrechtes (unter anderem die 325 Euro Regelung),
verhindert Zusatzbelastungen wie Rentenbeitragserhöhungen, schafft ein
vernünftiges Steuersystem für die Bürger und den Mittelstand sowie
Strukturen die dafür sorgen, dass Arbeitende besser stehen als Arbeitslose«,
sagte Teufel: »Genau diese Wünsche sind Inhalt meiner Rede heute Abend in
Bad Dürrheim und Donaueschingen. Gerade wegen der geringen Eigenkapitalquote
schreiben viele Betriebe heute rote Zahlen. Wir brauchen daher eine
Steuerentlastung und weniger Bürokratie. Auch unser Steuerrecht ist ein
großes Problem. Die CDU muss Hoffnungssignale für die Wirtschaft setzen,
denn nur der Mittelstand kann Arbeitsplätze schaffen. Auch müssen wir für
eine gute Ausbildung und qualifizierte Facharbeiter sorgen«.
»Ihre Worte machen uns Mut, geben uns Auftrieb, denn wir wissen, dass Sie
hinter uns stehen. Das ist das schönste Geschenk, dass sie uns heute
machten«, bedankte sich Leier abschließend beim Ministerpräsidenten und auch
Schonachs Bürgermeister dankte dem Landesvater, dass er in Schonach immer
wieder präsent ist und die Gemeinde, wie bei der JWM, stets unterstütze.
Jörg Frey betonte: »Wir sind stolz und glücklich, dass unsere
Arbeitslosenquote hier sehr knapp ist, was vor allem der Verdienst unserer
großen Firmen BIW, SBS und Wiha ist«.
17.09.2002
Von Christel Börsig-Kienzler
Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft