Zwei CDU-Politiker besuchen BIW
"Unterstützung für Mittelstand"
Zu einem etwa zwei Stunden dauernden Besuch kamen gestern Ministerpräsident Erwin Teufel und der Bundestagskandidat
Siegfried Kauder in die Schonacher Firma BIW. Die beiden CDU-Politiker wurden über den Betrieb unterrichtet
und informierten sich bei einem Rundgang über die Abteilungen der Firma.
Schonach (tbc) Rund zwei Stunden Zeit nahmen sich gestern
der Bundestagskandidat Siegfried Kauder und Ministerpräsident Erwin Teufel, als sie sich in Schonach über
die Firma BIW informierten. Mehr Zeit war nicht, denn weitere Termine standen im Kalender. Der Besuchsgruppe schlossen
sich Schonachs Bürgermeister Jörg Frey, Klaus Leier (bis 1993 letzter geschäftsführender Gesellschafter),
Erwin Teufels persönlicher Referent Gerhard Winter sowie Rainer Schyle und Herbert Fehrenbach für die
Schonacher CDU und Betriebsratsvorsitzender Matthias Nagel und Prokurist Werner Hock.
Geschäftsführer Wolfgang Förtsch wusste um den Termindruck und hielt seine Informationen über
die Firma knapp aber informativ. Zum Beispiel informierte er darüber, dass die BIW in den Werken Schonach
und Welschensteinach rund 280 Mitarbeiter hat; davon zehn Auszubildende im kaufmännischen und im gewerblichen
Bereich. Das durchschnittliche Alter der Mitarbeiter liegt bei knapp unter 39 Jahren. Oder auch darüber, dass
auf etwa 7800 Quadratmeter Produktionsfläche ein Jahresumsatz von 20 Millionen Euro erzielt wird. Als Wolfgang
Förtsch die Namen der 20 Hauptkunden der Firma BIW nannte, nickte Erwin Teufel einige Male; die Namen waren
ihn nicht unbekannt.
Förtsch hatte nicht nur Informationen über den Betrieb in der Tasche, sondern auch einige Bitten an die
Politiker. Beispielsweise die Bitte, dem Mittelstand zu helfen und damit den Motor der deutschen Wirtschaft zu
starten. Oder die Bitte, die Bürokratie zu verkleinern, das Arbeitsrecht zu flexibilisieren, Zusatzbelastungen
wie Rentenbeitragserhöhungen zu verhindern, ein "vernünftiges Steuersystem" für Bürger
und Mittelstand zu schaffen oder auch die Bitte, dafür zu sorgen, dass Arbeitende besser gestellt werden als
Arbeitslose. Erwin Teufel ließ durchblicken, dass Förtschs Bitten ganz in seinem Sinne sind. Schließlich
behandelten seine Reden derzeit zu 80 Prozent die Themen, die Förtsch angeschnitten hatte.
Teufel stärkte den Betrieb indirekt, als er Klaus Leier, dem er in der Vergangenheit öfter begegnet ist,
für dessen Werk Respekt zollte. Angesichts der Umsatzdelle, die den Betrieb Mitte der 80er-Jahre erfasst hatte,
fand es Teufel beachtlich, dass nach Durchschreiten der Talsohle der Umsatztrend wieder im gleichen Winkel wie
zuvor nach oben zeigt. " Das liegt nicht im Durchschnitt unserer Volkswirtschaft", bedauerte er. "Wäre
dass überall so, wären wir viele Sorgen los."
Den mittelständischen Betrieben versicherte Teufel, dass sie es seien, von denen viele Entwicklungen in den
Gemeinden, im Ländlichen Raum und in der Region abhängen. "Alle schöne sonstige Infrastruktur
hilft nicht , wenn keine Arbeitsplätze vorgehalten werden." Siegfried Kauder sah das ähnlich, als
er sagte: "Die Politik schafft keine Arbeitsplätze; das machen Betriebe wie BIW." Teufel und Kauder
sind sich einig: "Der Mittelstand muss gestärkt werden."
Auf die Information von Bürgermeister Jörg Frey hin, der die Arbeitslosenquote von
Schonach mit unter drei Prozent angab, blickte Erwin Teufel hinaus ins Ländle und stellte fest, dass die Zahl
der Arbeitslosen in Deutschland durchaus um 1,9 Millionen niedriger liegen könnte, wenn die Entwicklung bundesweit
so wie in Baden-Württemberg verlaufen würde. Deshalb sei es ihm auch lieber, dass in Deutschland baden-würrtembergische
Verhältnisse herrschen als rot/grün in Baden-Württemberg, spielte er auf die Wahl am 22. September
an.
Der anschließende Rundgang führte die Besuchergruppe durch den Betrieb, wobei fast alle Abteilungen
besucht wurden. Für Kauder und Teufel war das eine Gelegenheit, sich mit Arbeitnehmern zu unterhalten, die
eine oder andere Information einzuholen.
17.09.2002
Von Michael Müllner
Südkurier