Großfirma setzt auf Schonacher Qualität

Als deren zweitgrößtem Geschäftspartner setzt die Mannheimer Firma John Deere bei wichtigen Zulieferteilen auch auf die Schonacher Firma Burger Industriewerk Präzisionstechnik (BIW). Sie ist der einzige Betrieb in Deutschland, die mit einer ganz besonderen Qualitätsauszeichnung bedacht wurde.


Im Namen ihrer Mitarbeiter präsentierten sich gestern stolz zur Preisauszeichnung vor dem beflaggten Firmengebäude: Controlling-Chef Mike Frölich und Geschäftsführer Wolfgang Förtsch. Zur Ehrung angereist waren John Deere - Manager Wolfgang Kühnel und Manager Konrad Steimer von Berrang Facon.

Schonach (flu) Seit dem Jahr 2000 schon ist BIW nicht nur Zulieferer, sondern Partner der Mannheimer John Deere Werke. Die deutsche Tochterfirma der in Waterloo im mittleren Westen der Vereinigten Staaten von Amerika angesiedelten renommierten Traktoren - und Mähdrescherfabrik stellt hohe Anforderungen an die Qualität ihrer Produkte. Wie der zuständige Spezialist im Mannheimer Management, Wolfgang Kühnel, gestern erläuterte, gibt es dabei bei der Auswahl der Zulieferbetriebe "keine Erbhöfe". Jeder einzelne Betrieb muss sich jedes Jahr von betriebsinternen John Deere - Spezialisten messen lassen und steht bei Qualität und Preisgestaltung dabei zwölf Monate noch größerer und vor allem effektiver werdender Konkurrenz gegenüber. Weltweit etwa 1,5 Millionen sehr komplexe Drehteile liefert Burger Industriewerk GmbH & Co. KG im Jahr. Gesetz den Fall, darunter wären gerade mal 200 fehlerhafte Teile, käme das für Burger und seine Beschäftigten teuer zu stehen: Es würde nichts anderes als das Aus als Partner Zulieferer bedeuten. Dabei hat der Schonacher Vorzeigebetrieb nur eine Partnerfirma, die zu größten Umsätzen verhilft: BMW. (Wir berichteten.)


Wie Geschäftsführer Wolfgang Förtsch gestern anlässlich der Preisverleihung bei einer Pressekonferenz erläuterte, nehmen die John Deere Waterloo Works bei ihren Prüfungen keine Rücksicht auf Fehlzeiten, Ferien, Grippewellen. Nur wer diesen Hintergrund kennt, so berichtete gestern der Mannheimer Manager Wolfgang Kühnel, weiß wie hoch die fünfte Auszeichnung in Folge mit diesmal sogar einem ganz besonderen Partnerschafts-Award für die Schonacher Firma mit ihren 250 Beschäftigten wert ist. Controller aus fünf Bereichen nehmen Daten und Fakten unter die Lupe: Klar, dass die Produktqualität zuerst unter die Lupe genommen wird. Abgeklopft werden Firma und gelieferte Teile freilich nicht minder auf Liefertreue und Pünktlichkeit, technische Unterstützung, kaufmännisches und technische Zusammenarbeit und wie Wolfgang Kühnel beschönigend formuliert "preisliche Kompetenz".

Wie John Deere- Manager Wolfgang Kühnel weiter berichtete, haben europaweit überhaupt eine derartige Auszeichnung nur zwei Betriebe - in Italien und Spanien - geschafft. Dass dahinter enorm viel konzentrierte Arbeit steckt, daran ließ auch BIW- Geschäftsführer Wolfgang Förtsch keinen Zweifel: " Und jedes Jahr wird die Messlatte noch weiter nach oben gelegt" betonte er. Es sei damit "alles andere als selbstverständlich" im qualitätsgeprüften Kreis der John Deere Partner bleiben zu dürfen.
Der gemeinsam mit seinem Manager - Kollegen Konrad Steimer von der Facon GmbH zur Preisvergabe angereiste Deere - Management - Spezialist Kühnel berichtete bei der Würdigung auch von anderen Zeiten, die er bei BIW erlebt habe. Bei ersten Geschäftskontakten vor 25 Jahren im Jahr 1982 habe "vieles im Argen gelegen".

Dennoch habe er in einem offenherzigen Gespräch mit dem neuen Geschäftsführer Wolfgang Förtsch und dem innovativ denkenden Gesellschafter Klaus Leier erkannt, dass BIW als Zulieferbetrieb absolut in Frage kommt. "Die Fehler der Vergangenheit anzugehen brachte die Wende in der Geschäftspolitik bei Burger" sagte Kühnel. Einen weitern ganz wichtigen Schritt hin zur Zulieferung "auf der Ebene von Gleichnlaufteilen" mit John Deere in den USA sei im Jahr 1999 erreicht worden. Wichtig war hier die Rolle von Mike Frölich. Der seinerzeit eben erst frisch eingestellte Betriebwirt verfügte über exzellente Kenntnisse der Vereinigten Staaten und gewann so nicht nur über sein perfektes Englisch "erstaunlich schnell das Vertrauen der amerikanischen Manager" berichtete Wolfgang Kühnel.



Produkte

Die Teile, die aus Schonach mittlerweile über die Mannheimer John- Deere - Dependance in Ablegerbetriebe aus aller Welt geliefert werden sind "komplexe Drehteile vielseitiger Art", wie Steimer formuliert. Darunter beispielsweise Getriebsventile und hochkomplexe Teile für den Hydraulikbereich. So wie weltweit - zum Beispiel auch an eine chinesische oder indische Deere - Tochter geliefert werden, müssen sie sich auch mit der weltweit steigende Qualität messen.

John Deere Mannheim

Die Fabrik legte in den vergangnen 20 Jahren auch mit Schonacher Hilfe von 200.000 Euro Jahresumsatz auf jetzt fünf Millionen zu. Wurden in Mannheim 1992 noch 21.000 Einheiten pro Jahr gefertigt, sind es heute 38.000 Traktoren per anno. Für Top-Verarbeitung und Entwicklung sorgen dort 2000 Beschäftigte, darunter auch 200 bestens ausgebildete Ingenieure. Weltweit hat John Deere 47500 Mitarbeiter.
16.03.2007

Von Friedrich Lutz
Südkurier

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