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Kein Fendt mehr ohne BIW-Gelenkwelle
Schonacher Firma liefert ab Mai Baugruppen an deutsche Tochter des amerikanischen Landmaschinenkonzern
Agco
Schonach. Die Firma John Deere ist seit Jahrzehnten größter Gesamtkunde
des Burger Industriewerks (BIW). Ab April baut das Schonacher Unternehmen Gelenkwellen für Traktoren der
Firma Fendt, der gewinnbringenden deutschen Tochter des amerikanischen Landmaschinenkonzerns Agco.
"Der Vertrag ist unter Dach und Fach. Das Umsatzvolumen mit über 2,5 Millionen Euro pro Jahr ist für
unsere Betriebsgröße enorm", betont BIW-Geschäftsführer Wolfgang Förtsch sichtlich
erfreut im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten.
Bereits 15 Prozent Umsatzzuwachs
"Aufgrund dieser zukunftssichernden Montagemaßnahme entstanden auch drei Arbeitsplätze, zwei in
unserem Zweitwerk in Welschensteinach und einer im Hauptwerk in Schonach. Die neuen Mitarbeiter wurden bereits
eingearbeitet", informiert Förtsch.
Den Montageplatz für die künftig aus rund 100 BIW-gefertigten Einzelteilen bestehende Baugruppe übernimmt
das Schonacher Unternehmen vom Fendt-Werk in Marktoberdorf. "Dort wird er am 16. April abgebaut und bei uns
im Zweitwerk aufgebaut. Ab 22. April werden wir mit der Montage anfangen und ab 2. Mai die ersten Teile ausliefern"
berichtet Förtsch weiter. "Künftig wird es also keinen Fendt (Mercedes unter den Traktoren) mehr
ohne Gelenkwellen von BIW geben so wie seit Herbst vergangenen Jahres kein BMW-Motorrad ohne BIW-Hinterachse mehr
erhältlich ist, da wir hierfür Alleinlieferant sind", sagt Förtsch stolz.
Der Geschäftsführer ist mit dem bisherigen Verlauf des neuen Geschäftsjahres, das am 1. Juli 2006
begann, sehr zufrieden. "Wir haben in den ersten acht Monaten bereits 15 Prozent Umsatzzuwachs. Der Jahresumsatz
mit der deutschen Niederlassung von John Deere betrug 2006 zirka 4,5 Millionen Euro und wird dieses Jahr voraussichtlich
auf fünf Millionen ansteigen. Der Jahresumsatz mit BMW betrug 2006 ebenfalls etwa 4,5 Millionen Euro".
Wie Förtsch gegenüber unserer Zeitung äußert, war es für den weltweit produzierenden
Landmaschinenhersteller John Deere, der schon lange BIW-Großkunde ist, kein Problem, dass das Schonacher
Unternehmen nun auch enger mit einem weiteren amerikanischen Konzern zusammenarbeitet, "wie es in der Autoindustrie
üblich ist".
Dieses Jahr fünf neue Arbeitsplätze
Das große Problem des 260 Mitarbeiter (fünf neue in diesem Jahr) in Schonach und Welschensteinach beschäftigenden
Burger Industriewerks Präzisionstechnik ist derzeit hingegen die Materialverteuerung und - knappheit. "Das
heißt, wir bekommen vordergründig wenig Aluminium, weshalb wir bis zu zehn Monaten im Voraus disponieren
müssen", erklärte Förtsch. Er ärgert sich auch über die Preisanstiege für Aluminium
und Schmiedeteile.
Für John Deere produziert BIW nach wie vor in einem aufwendigen Verfahren viele Ventile aus Aluminium. "Es
handelt sich hierbei um reine Drehteile mit Nachbearbeitung" erläutert Förtsch, der am 1. August
seit 25 Jahren im Schonacher Präzisionstechnik-Unternehmen tätig ist; zuerst als Betriebsleiter und seit
1985 als Geschäftsführer (seit 1993 als alleiniger).
INFO
Die AGCO-Corporation mit Sitz in Duluth (US-Bundesstatt Georgia) ist der weltweit drittgrößte Hersteller
und Anbieter von Traktoren und Landmaschinen. Entstanden ist das Unternehmen aus dem US-Geschäft von Klöckner-Humboldt-Deutz
(heute Deutz AG) das die Manager vor Ort 1990 übernommen haben. Durch Zukäufe ist Agco gewachsen. Kernmarken
des Konzern sind der 1997 übernommene deutsche Traktorenhersteller Fendt, der US-Landmaschinenkonzern Massey
Ferguson, die von Caterpillar übernommenen Chalenger-Traktoren und der finnische Traktorenhersteller Valtra.
Die Tochter Fendt ist in Europa Nummer eins bei Traktoren und gilt weltweit als Technologieführer.
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