BMW setzt auf Firma Burger

BIW in Schonach wird Alleinlieferant für Hinterachsen der Motorräder

Ab Mitte des Jahres kann BMW kein Motorrad mehr ohne die Firma Burger Industriewerk bauen. Die Schonacher Firma wird zum Alleinlieferant der Hinterachsen. Dass BMW nur auf einen Lieferanten setzt, ist ungewöhnlich. Geschäftsführer Wolfgang Förtsch freut sich natürlich, der Umsatz des guten Kunden BMW wird sich dadurch weiter erhöhen.

Schonach - 100 000 Motorräder wird BMW in diesem Jahr bauen und bei allen fährt die Schonacher Firma Burger Industriewerk GmbH & Co. KG mit: "Wir sind jetzt Alleinlieferant, das ist schon ungewöhnlich", sagte der Geschäftsführer des Schonacher Unternehmens, Wolfgang Förtsch. Durch diese Großaufträge blickt er auch optimistisch ins Jahr 2006 und zuversichtlich auf den Jahresabschluss zum 30. Juni:" Wir werden mit einem Umsatz von 24 Millionen Euro das Geschäftsjahr beschließen, das Ergebnis beinhaltet eine minimale Steigerung gegenüber dem Vorjahr", so der Geschäftsführer.




Gut in Fahrt kommt der Geschäftsführer der Burger Industriewerk GmbH & Co. KG, Wolfgang Förtsch, mit BMW. Die Schonacher Firma ist Alleinlieferant für die Hinterachsen der BMW-Motorräder.


Mit der Hinterradachse fertigt BIW ein kompliziertes Teil. Dies ist nicht nur Herausforderung, sondern auch eine gewisse Sicherheit; BMW war schon im vergangenen Jahr mit knappem Abstand an die Spitze der Kunden von BIW gerückt, als Alleinlieferant für Motorräder wird sich der Umsatzanteil von 15 auf 16 bis 18 Prozent erhöhen. Bisher werden in Schonach die Achsen für die Motorräder mit Kardanantrieb gefertigt, hinzukommen nun die Achsen für die Motorräder mit Zahnriemenantrieb.

Grund zur Freude gibt es im Hause BIW aber auch noch aus anderem Grund: Das Unternehmen blickt in diesem Jahr auf 150 Jahre zurück. Josef Burger hat den Betrieb 1856 gegründet, 102 Jahre später fand die Realteilung statt, aus der einen wurden zwei Firmen, neben BIW ist das die Firma SBS-Feintechnik. Mit einem großen Fest soll bei BIW aber nicht gefeiert werden. "Wir machen ein Hoffest, wie alle zwei Jahre und laden auch zu einem Tag der offenen Tür ein", verrät Wolfgang Förtsch. Schließlich habe sich bei der BIW in den vergangenen Jahren viel verändert, baulich, technisch und auch personell. Das Unternehmen hat nun auch einen kaufmännischen Leiter eingestellt, erzählt Wolfgang Förtsch.

Weniger erfreulich sei, dass der Preiskampf in keiner Weise nachlasse. Die Verteuerungen der Stahl- und Energiepreise im Geschäftsjahr 2004/2005 konnte die Schonacher Firma nicht auf die Produkte umlegen. Von diesem hohen Level sanken die Stahlpreise nun wieder um sechs bis acht Prozent: " Die Großkunden wollen deshalb schon wieder nach unter verhandeln", erzählte Wolfgang Förtsch. Angezogen haben dagegen aktuell nun wieder die Preise für die Buntmetalle, für Messing, Bronze und Aluminium muss das Unternehmen tiefer in die Tasche greifen.

Dass bei BIW von der Logistik über die Technik bis hin zum Preis alles stimmt, bestätigt in diesem Jahr erneut der zweitbeste BIW-Kunde, John Deere.
Der Traktorenhersteller mit Hauptsitz in den USA verleiht der Schonacher Firma in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge den Partnerorden. Im vergangen Jahr war BIW das einzige deutsche Unternehmen, das diesen Orden bekam. "Ich bin gespannt, ob in diesem Jahre auch noch andere Firmen aus Deutschland dabei sind", sagte der Geschäftsführer, der die Auszeichnung im März in den USA entgegennimmt. Sollte BIW den Orden auch noch ein fünftes Mal bekommen, "wäre das etwas Großartiges, das in Deutschland noch keine andere Firma erreicht hat." Sollte dies gelingen, würde der besondere Orden für BIW in der Firmenzentrale von John Deere prangen.
07.02.2006

Von Manfred Moosmann
Südkurier

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