BIW ehrt vier ihrer "Urgesteine"

50 Jahre in der Firma engagiert - Feierstunde mit Landrat und Bürgermeister

Die Schonacher Firma BIW ehrte am Freitagabend gleich vier Betriebsangehörige, die der BIW 50 Jahre lang die Treue hielten. Ein Jubilar ist nicht weit davon entfernt, hat 40 BIW - Jahre in seinen Büchern stehen. BIW - Geschäftsführer Wolfgang Förtsch blickt optimistisch in die Zukunft. Zukunftsweisende Investitionen und die Zusammenarbeit mit namhaften Kunden lassen ihn so zuversichtlich sein.


Schonach. - "Vom Hirtenbue zum Abteilungsmeister" - dieses Motto hatte sich BIW-Geschäftsführer Wolfgang Fötsch für Helmut Schuler ausgedacht. Im Alter von zwölf Jahren begann Schuler eine Lehre zum Werkzeugmacher. Es folgten einige Jahre, in denen Schuler in der Mechanik beschäftigt war. Nach der Herstellung von Presswerkzeugen war die Maschineninstandhaltung eine große Herausforderung. Er arbeitete zunächst in der Dreherei und wurde später mit der Führung der Abteilung beauftragt. Seit 18 Jahren trägt Schuler zudem jeden Werktagmorgen die Tageszeitung aus.

Berufsbeginn mit 13 Jahren

Das zweite "Urgestein", Alfred Burger, stieg mit 13 Jahren in die Arbeitswelt ein. Nach zwei Jahren in der damaligen Mechanik begann er seine "Reise" durch die verschiedenen Abteilungen, wo er sich sehr gute Materialkenntnisse angeeignet habe, hieß es in der Laudatio. So stieg er 1958 ins Rohmateriallager als Lagerist ein, wo er bis zum Jahr 2001 tätig war. In den vergangnen Jahren musste er körperlich etwas kürzer treten.

Dritter im Bunde ist Helmut Dreher, der als 13-Jähriger bei Josef Burger Söhne, wie die Firma damals noch hieß, anfing. Nach einem Jahr in der Bohrerei und der Nieterei absolvierte er eine Ausbildung zum Mechaniker. Bis 1965 arbeitete er in verschiedenen Abteilungen. Aufgrund dieser Vielfalt und seines Ehrgeizes habe man ihn von 1965 bis 1973 als Reparaturschlosser im Bereich Ein- und Mehrspindeldrehmaschinen eingesetzt, heiß es am Freitag. Mit dem Wechsel ins Angestelltenverhältnis 1973 übernahm er diesen Bereich in verantwortlicher Position. Ab 1985 war er Abteilungsleiter für den gesamten Instandhaltungsbereich.

Auch Burkhard Scherer hat mit 13 Jahren seine Berufslaufbahn bei Josef Burger Söhne begonnen. Scherer sei ein Musterbeispiel an Loyalität gegenüber seinem Arbeitgeber. Mit ihm war die vierte Generation der Familie Scherer bei Josef Burger Söhne beschäftigt. Nach Wanderjahren in der Mechanik mit Begleitung der Stanzerei und Werkzeugschleiferei übernahm Scherer verantwortlich die Abteilungen Fräserei, Schleiferei, Montage und ab 1987 die Abteilung Einspindel-Drehautomaten.

Josef Müller aus dem Werk Welschensteinach ist indes 40 Jahre bei BIW beschäftigt. Müller begann am 1. April 1964 seine Ausbildung bei BIW in Schonach und Welschensteinach. Ab Mai 1965 bis zum Ausbildungsende war er in Schonach. Ab 1968 waren Fräsmaschinen, Bohrmaschinen und Revolverdrehmaschinen sein Metier. Er begleitete den Einzug der CNC-Technik. Heute programmiert und richtet Müller CNC-Drehmaschinen ein.

Den Jubilaren gegenüber sprach Landrat Karl Heim seine "Hochachtung gegenüber der Generation aus, die das Land nach dem Krieg aufgebaut hat". Uwe Kurt Wilsser, Chef der Agentur für Arbeit in Villingen-Schwenningen, bezeichnete ein wechselseitiges Anerkennen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer als Grund dafür, dass sich die Mitarbeiter im Betrieb wohl fühlen und es dort so lange aushalten.

Tobias Albiez, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, strich heraus, dass BIW zeige, wie man am Standort Deutschland Erfolg haben und Mitarbeiter halten kann. Vier "Schonacher Urgesteine" seien jetzt geehrt worden, sagte Schonachs Bürgermeister Jörg Frey. Sie engagierten sich nicht nur in ihrer Firma, sondern auch im Dorf. Und beim Jubilar aus Welschensteinach sei das wohl ähnlich, schätzte Frey.

Im Rahmen dieser Feier wurde zugleich acht Mitarbeiter in den Ruhestand verabschiedet: Josef Boll, Alfred Burger, Helmut Dreher, Helmut Schuler, Burkhard Scherer und Rudolf Joos. Sie bekamen, wie es bei der BIW seit Jahren Tradition ist, ein postergroßes Bild des Fotografen Navigo überreicht, dass sie an ihrem Arbeitsplatz zeigt.

10.10.2005

Von Michael Müllner
Südkurier

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