Vier seltene Ehrungen auf einen Streich

"Quartett hält BIW zusammen 200 Jahre die Treue / Landrat lobt bei Mitarbeiterehrung "unvorstellbare Leistung"

Schonach. Seltene Ehrungen hatte die Firma Burger Industriewerk Schonach am Freitagabend zu verleihen. Gleich vier Mitarbeiter wurden für 50 Jahre Zugehörigkeit zu BIW geehrt, für ein ganzes Arbeitsleben also.

"Das gab es bei uns bisher nicht und wird es wohl nicht mehr geben", erklärte Geschäftsführer Wolfgang Förtsch stolz. Vor den ungewöhnlichen Ehrungen im Cafe Restaurant "Berghüsli" begrüßte er jedoch die Ehrengäste: Landrat Karl Heim, den Direktor der Arbeitsagentur Villingen-Schwenningen Uwe Willser, IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez, Bürgermeister Jörg Frey, BKK-Zweigstellenleiter Wolfgang Fleig und die Gesellschafter der Firma, die Familien Hippel und Leier.

Große Firmen als Kunden an Land gezogen

Förtsch ging noch kurz auf die Geschäftssituation ein. Um die Zukunft, so der Geschäftsführer, sei ihm nicht bange. Zwar steigen Materialkosten, man hatte viele teure Neuprojekte und das Umfeld verschlechterte sich, doch man konnte auch große Firmen als Kunden an Land ziehen. "Und, das zeigen ja auch die Jubilare: "Die Mitarbeiter halten zu uns".

Landrat Karl Heim zeigte sich begeistert über die langjährigen Mitarbeiter bei BIW. "Das ist eine unvorstellbare Leistung". Er lobte auch die Firma BIW und Schonach als Standort. Den Jubilaren überreichte er ein Geschenk nebst Urkunde.

"Die Firma BIW ist sehr beliebt als Arbeitgeber, dass zeigen diese Ehrungen", erklärte der Direktor der Arbeitsagentur, Uwe Willser. "Aber nicht nur die Mitarbeiter zeigten bei BIW viel Einsatz, sondern auch die Geschäftsführung und die Inhaber".

Bürgermeister Jörg Frey wünschte den Jubilaren für die Zukunft alles Gute. "Diese langjährigen Mitarbeiter sind nicht nur bei BIW aktiv, sondern auch in vielen Vereinen"erläuterte er.

IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez überreicht BIW-Geschäftsführer Förtsch eine Ausbildungsurkunde. Die Urkunde erhalten alle Betriebe im Geschäftsbereich der IHK Schwarzwald-Baar Heuberg, die in ihrem Betrieb ausbilden. Und die Firma BIW tut dies reichlich: Nachdem im September sechs neue Azubis eingestellt wurden, absolvieren augenblicklich insgesamt 19 Nachwuchskräfte ihre Lehre bei der Schonacher Firma.

Ehrungen

Folgende, langjährige BIW-Mitarbeiter wurden geehrt:

Helmut Schuler begann seine Lehre 1953, mit 14 Jahren als Werkzeugmacher. Bis zu seinem Ausscheiden, er geht nun in den verdienten Ruhestand, gehörte er als Werksmeister zu den absoluten CNC-Spezialisten.

Alfred Burger war 13 Jahre, als er 1955 in den Betrieb eintrat. Er begann in der Mechanik, ging durch Poliererei, Galvanik, Fräserei und Bohrerei. 1958 wurde er Lagerist im Rohmateriallager. Bis 2001 arbeitete er hier. Dann konnte er körperlich etwas kürzer treten, bevor er nun ebenfalls in Rente geht.

Helmut Dreher, "der Rohrhardsberger Rebell" wie BIW Geschäftsführer Wolfgang Förtsch es ausdrückte, trat ebenfalls 1955, auch 13 jährig, in den Betrieb ein. Er machte eine Ausbildung zum Mechaniker und arbeitete dann als Reparaturschlosser im Bereich Ein- und Mehrspindler. Diesen Bereich übernahm er 1973 als Verantwortlicher, 1985 die komplette Instandsetzung.

Burkhard Scherer fing 1956 bei Josef Burger Söhne, wie die Firma damals noch hieß, an. Er machte seine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker. Nach und nach übernahm er vier Abteilungen als Verantwortlicher. Scherer ist seit zwei Monaten in der Altersteilzeit.
"Da wir in den nächsten Jahren nicht regelmäßig Jubilarfeiern haben, ehren wir ihn schon heute", erklärte Förtsch.

Josef Müller wurde ebenfalls geehrt. Er trat 1964 seine Ausbildung an, arbeitet also seit 40 Jahren für BIW. Heute richtet Müller im Zweigwerk Welschensteinach Mazak-CNC-Drehmaschinen ein.

Als Rentner wurden neben Helmut Schuler, Alfred Burger, und Helmut Dreher auch noch Josef Boll, Alfred Scherer und Rudolf Joos in den Ruhestand verabschiedet.

10.10.2005

Von Claudius Eberl
Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft

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