BMW mausert sich zum besten Kunden

SÜDKURIER-Leser werfen bei Burger Industriewerk GmbH "Blick hinter die Kulissen"

Triberg. Tiefe Einblicke in die Firma Burger Industriewerk GmbH (BIW) gewährte Geschäftsführer Wolfgang Förtsch den SÜDKURIER-Lesern aus der Raumschaft Triberg im Rahmen der Sommeraktion "Blick hinter die Kulissen". "Das war sehr interessant", bestätigten die Teilnehmer und applaudierten zum Schluss kräftig. Wolfgang Förtsch hat die Teilnehmer durch den gesamten Betrieb in Schonach geführt. Mit dieser Aktion sprach der SÜDKURIER gleich mehrerer Generationen an: Mit seinen acht Jahren war Johannes der Jüngste in der Gruppe. "Das interessiert mich schon", sagte er und lauscht aufmerksam. Willi Schwer war mit seinen 83 Jahren der älteste Teilnehmer: "Mich interessiert das noch, das mit der Besichtigung war eine gute Idee", meinte er und erzählte auch, dass er schon seit 30 Jahren täglich den SÜDKURIER liest.

Für den größeren Teil der Gruppe war der Blick in die Firma BIW absolutes Neuland. Bei zwei Teilnehmern weckte es alte Erinnerungen: "Ich habe hier gelernt und war danach noch ein Jahr als Facharbeiter in der Firma", erzählte einer. Willi Schwer hatte vor 69 Jahren in der Firma Josef Burger begonnen. Nach der Realteilung in die Burger Industriewerk GmbH und die SBS Feintechnik GmbH im Jahre 1958 arbeitete er dann bei SBS. Willi Schwer macht da aber keine große Unterschiede: "Ich war 49 Jahre bei Burger", erzählte er und schaut interessiert, was sich in der Zwischenzeit alles verändert hat.

"Sie dürfen alles sehen und alles fotografieren, nur an den Maschinen müssen sie auf ihre Finger aufpassen", sagte der Geschäftsführer zum Start des Rundgangs. Die Firma BIW stellt als Zulieferer für andere Firmen Präzisionsteile in allen Materialien her. Diese Teile werden nicht nur gedreht, sonder auch gefräst, gebohrt und geschliffen. Gearbeitet wird dabei auch mit hochmodernen Mehrspindelautomaten zum Stückpreis von 900 000 Euro, es finden sich aber auch noch Exoten aus früheren Jahrzehnten im Betrieb, wie zum Beispiel eine Stanzpresse, die noch immer die Anforderungen erfüllt.

Mehr als 80 Kunden hat die Firma, mit 40 von denen macht BIW 94 Prozent des Gesamtumsatzes, der im vergangenen Geschäftsjahr bei 22 Millionen Euro lag. Größter Kunde war da-bei BMW, dieser arbeitete sich vom zehnten auf den ersten Platz vor. In Schonach werden die Hinterradachsen für die BMW-Motorräder gefertigt. An zweiter Stelle steht der Hersteller von Traktoren, John Deere mit Sitz in Mannheim und Hauptwerk in den USA. "Wir sind für ganz verschiedene Branchen tätig und das ist wichtig, um nicht von einer Branche abhängig zu sein", so der Geschäftsführer.

Während Wolfgang Förtsch mit dem Umsatz von 22 Millionen Euro zufrieden war, klangen seine Worte zum Ertrag anders: Alleine die Verteuerung des Material habe mit 800 000 Euro Mehrkosten zu Buche geschlagen, die das Unternehmen nicht auf die Kunden umlege könne.

Die Firma BIW stellt sich auch der sozialen Verantwortung, wurde vor zwei Jahren vom Landeswohlfahrtsverband Baden für die "behindertenfreundliche Unternehmenspolitik" ausgezeichnet. Auch bei der Ausbildung ist der Schonacher Betrieb ein leuchtendes Beispiel: Am morgigen Donnerstag beginnen sechs Jungendliche ihre Ausbildung, in der Summe sind es dann 19 Auszubildende. " Mit einer Ausnahme haben wir alle Auszubildenden im Anschluss übernommen", sagt Wolfgang Förtsch nicht ohne Stolz.

29.08.2005

Von Michael Moosmann
Südkurier

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