Stahlpreise drücken Ertrag

Burger Industriewerk GmbH führt Umwelt-Managementsystem ein




Geschafft:Die Schonacher Burger Industriewerk GmbH & Co. KG hat das Umwelt-Managementsystem eingeführt. Geschäftsführer Wolfgang Förtsch freute sich ferner über den Partnerorden von John Deere.

Eine gute Auftragslage, aber unterm Strich ein weniger gutes Ergebnis:
So beschreibt Wolfgang Förtsch die Situation bei der Schonacher Burger Industriewerk GmbH & Co. KG. Die stark angestiegenen Stahlpreise drücken auf den Ertrag, erläuterte er bei einem freudigen Anlass: Die Firma hat das Umwelt-Managementsystem eingeführt und bekam erneut den Partnerorden von John Deere.


Schonach
- Trotz wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat die Schonacher Burger Industriewerk GmbH & Co. KG (BIW) in die Einführung des Umwelt- Management- systems investiert. Werner Jost vom TÜV-Süd überreichte im Beisein der beteiligten Mitarbeiter und Bürgermeister Jörg Frey das Zertifikat dem Geschäftsführer Wolfgang Förtsch. Der Firmenchef hatte aber noch eine zweite freudige Botschaft: Als einziges deutsches Unternehmen ist die BIW erneut mit dem Partnerorden der Firma John Deere in den USA ausgezeichnet worden. Der Hersteller von Traktoren ist der Hauptkunden des Schonacher Unternehmens und hat trotz der Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung von Stahl neben der Qualität auch Liefertreue bewiesen.

Die Engpässe bei den Stahllieferungen sind nicht das einzige Problem für BIW. "Der Stahl ist in den vergangenen 14 Monaten rund 80 Prozent teuerer geworden, das bedeutet für uns 880 000 Euro höhere Materialkosten", sagt der Geschäftsführer auf SÜDKURIER-Nachfragen. Diese Steigerungen könnten nicht auf den Preis umgelegt werden. Mit den Kunden werde derzeit aber über einen Materialzuschlag verhandelt.

Zurück zu der erfreulicheren Entwicklung im Hause BIW: "Das Zertifikat und der Partnerorden sind der Verdienst aller Mitarbeiter, betonte der Geschäftsführer.
Ein gutes Jahr dauerte es, bis die hohen Anforderungen für das Umwelt-Zertifikat erfüllt waren. "Es gab einiges zu tun", resümierte Werner Jost vom TÜV. Thomas Kosch war intern im Hause BIW für die Einführung des Systems verantwortlich:
" Das war eine neue und schwierige Aufgabe", sagte er. Eine große Hilfe sei Herbert Ottl gewesen, der Schonacher Fachmann wurde von BIW für die Umsetzung mit ins Boot geholt.

Was hat sich nun aber verändert in der Firma? "Jetzt wird zum Beispiel Abfall noch strikter getrennt, auch im Büro", sagt Wolfgang Förtsch. Lagerflächen wurden verändert, die Behälter mit den Ölen stehen nun zur doppelten Sicherheit auch noch in Auffangwannen, sollte einmal ein Behälter undicht sein. "Das Wichtigste ist aber, dass bei den Mitarbeitern ein Bewusstsein geschaffen wurde", so der Geschäftsführer.
Wie bei den längst schon eingeführten Qualitäts-Managementsystemen ist der Ablauf nun auch umwelttechnisch in einem Handbuch vorgegeben. Laut Herbert Ottl ist BIW in der Raumschaft ein Vorreiter, diese Zertifizierung sei ihm aus keiner anderen Firma bislang bekannt. Allerdings entscheiden sich immer mehr Firmen dazu, weiß der Mann vom TÜV. Inzwischen fordern auch Kunden diese Zertifizierung, so Wolfgang Förtsch.

"Über diese Auszeichnung freut sich die ganze Gemeinde", sagte Bürgermeister Jörg Frey. "BIW packt immer wieder neue Mosaiksteine an und der Erfolg gibt Recht." Entscheidend sei, dass die Mitarbeiter die Neuerungen verinnerlichen. Daran hatte er keine Zweifel: "Die Gemeinschaft funktioniert hier sehr gut", lobte er. Vor zwei Jahren hat der Landeswohlfahrtsverband Baden die Firma für beispielhafte sozialpolitische Verantwortung ausgezeichnet.

02.06.2005

Von Manfred Moosmann
Südkurier

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