Kreistagskandidaten bei BIW Burger Industriewerk

Preisdruck bereite Probleme

Schonach.
Wo drückt die Industrie im ländlichen Raum der Schuh! Das wollten die Kreistagskandidaten aus St. Georgen und der Raumschaft Triberg wissen und trafen sich am Donnerstagabend bei der Schonacher Firma BIW.

Neben BIW-Geschäftsführer Wolfgang Förtsch waren auch die Firma Wiha und SBS und KBS mit deren Geschäftsführer Wilfried Hahn und Thomas Burger vertreten. Von den Kreistagskandidaten waren Anita Kienzler, Dr. Gallus Strobel, Reinhard Storz sowie Wolfgang Förtsch, der ebenfalls kandidiert, vertreten.

Kosten in Deutschland


Förtsch startet die Zusammenkunft mit der Vorstellung der Burger Industriewerke. Dort werden derzeit 269 Mitarbeiter, darunter 13 Azubis, beschäftigt. "Wir haben in Schonach seit 1990 15,4 Millionen Euro investiert", verkündete er stolz. Das seien Zugeständnisse an Ort und die Region.

Bei Wiha, so Wilfried Hahn, sind weltweit 360 Menschen, davon knapp über 300 in Schonach beschäftigt. "Wir haben in Schonach noch ein kleines Grundstück zur Erweiterung und in Mönchweiler noch große Reserven", erklärte er. Im Moment wird bei Wiha dreischichtig gefahren. "Wir schauen zuversichtlich in die Zukunft".

Zusammen fast 1000 Beschäftigte

Thomas Burger vertrat die Burger Unternehmensgruppe SBS und KBS. Dort sind zur Zeit 340 Mitarbeiter beschäftigt, die knapp 40 Millionen Umsatz erwirtschaften.

Probleme bereiten allen drei Firmen der Preisdruck. "Wir haben Artikel, deren Preise seit zehn Jahren nicht mehr erhöht werden konnte", so Förtsch. "Die Kosten in Deutschland sind zu hoch, die Politik muss hier schnell handeln", forderte Wilfried Hahn.

Der einzige Weg, auf dem Markt zu bestehen, ergänzte Thomas Burger, sei, hochwertige und spezielle Lösungen anzubieten. Nebenkosten wie etwa auch Strom, Wasser und Müll steigen ständig an, bemängelte er.

Die Vertreter der drei Schonacher Firmen, die insgesamt fast 1000 Mitarbeiter beschäftigen, forderten vor allem bessere Rahmenbedingungen.
Verkehrsanbindung, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen müssen stimmen. Unsinnig seien dagegen Kündigungsschutz für Mitarbeiter über 50 Jahren. "Und was ist, wenn sich der neue Mitarbeiter als nicht geeignet herausstellt?", fragte Hahn.

Oder die Ausbildungsplatzangabe. "Wir würden gerne mehr Lehrlinge nehmen, wenn wir geeignete kriegen würden. Das ist einfach regional unterschiedlich", klagte Burger.

Rahmenbedingungen müssen stimmen

Dennoch stehen die drei Unternehmen zu ihrem Standort. "Wir haben keine Lust die Region zu verlassen", erläuterte Wilfried Hahn. Allerdings müssten die Rahmenbedingungen stim-men.

Dr. Gallus Strobel versprach den Geschäftsführern, die Themen und Probleme in den Kreistag und auch in die Landespolitik weiter zu leiten.

von : Claudius Eberl

Schwarzwälder Bote, 13.03.2004

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