Burger Industriewerk in Schonach für Behinderten-Freundlichkeit ausgezeichnet
Eine Firma beispielhaft für Südbaden
Die Firma Burger Industriewerk in Schonach ist als besonders behindertenfreundliches Un-ternehmen ausgezeichnet
worden. Die Ehrenurkunde überreichte gestern der Landeswohl-fahrtsverband Baden. Burger sei ein gutes Beispiel
in Südbaden, von denen man noch mehr haben sollte.
Schonach. Behinderte in der Firma zu integrieren, das ist bei der Firma Burger Industriewerk in Schonach keine lästige Pflicht. Sie überfüllt die gesetzlichen Vorgaben zur Einstellung Behinderter bei weitem. Das große Engagement um die Integration der Behinderten entging dem Landeswohlfahrtsverband nicht: Verbandsdirektor Gerhard Vigener zeichnete die Firma Burger als behindertenfreundliches Unternehmen aus. 13 Schwerbehinderte müsste es beschäftigen, 19 arbeiten aber bei Burger Industriewerk.
Je ein Berieb in Nord- und Südbaden zeichnet der Landewohlfahrtsverband jährlich aus, um damit auch für
die Integration Behinderter in der Arbeitswelt zu werben. "Wir sollten noch mehr solcher beispielhaften Betriebe
haben", lobte der Direktor. Die Ehrenurkunde übereichte er an Geschäftsführer Wolfgang Förtsch,
der die Auszeichnung auf die gesamte Mannschaft verteilte. "Wir versuchen, eine große Familie zu sein",
sagte der Geschäftsführer. Wie bei Burger behinderte Menschen integriert werden, zeigt das Beispiel des
42-jährigen Markus Hamm.
Nach dem Studium erlitt er unverschuldet einen schweren Autounfall und wurde mit einer Behinderung von 100 Prozent
eingestuft. Nach der Arbeit in einer Behindertenwerkstätte machte er bei dem Schonacher Unternehmen ein Praktikum.
Von da an ging es für ihn bergauf, seit November 2001 arbeitet er in Vollzeit bei Burger: "Die Arbeit
macht mir Spaß", sagt er und legt das nächste Teil in die CNC-Drehmaschine ein. Diese Maschine
ist speziell für ihn angeschafft worden, von den 130 000 Euro Anschaffungskosten schoss der Landeswohl-fahrtsverband
50 000 Euro zu und bot weitere 20 000 Euro als zinsloses Darlehen an. Geschäftsführer Förtsch erwähnte
eine Auszeichnung, des größten Kunden in den USA, die Burger für Qualität und Liefertreue
bekam. Dies zeige, dass wirtschaftlicher Erfolg in den Firmen auch mit behinderten möglich sei. Die soziale
Ader der 270 Beschäftigten zählender Firma wird aber auch bei der Ausbildung deutlich: 24 Jungendliche
erlernen derzeit ihren Beruf bei Burger, fünf weitere kommen im Herbst dazu.
Landrat Karl Heim bezeichnete die Auszeichnung als wichtiges Signal. "Viele Firmen zahlen lieber Ausgleichsabgaben,
statt Behinderte zu integrieren", bedauert er. Die Burger Industriewerk GmbH sei das beste Beispiel dafür,
dass behinderte Menschen richtig eingesetzt, nicht zum Hemmschuh werden. "Hier ist das soziale Klima spürbar",
so der Landrat.
Bürgermeister Jörg Frey, verriet, dass er bei Geschäftsführer Wolfgang Förtsch immer Gehöre
finde, wenn es um die Integration von Behinderten oder Sozialgefälle gehe. "Das Unternehmen ist eng mit
der Bevölkerung verwurzelt und darin liegt der Schlüssel für diese positive Einstellung", so
der Bürgermeister. Das soziale Engagement des Unternehmens sei wichtig für die Gemeinde und die Gesellschaft,
betonte er lobend und dankend zugleich.
von Herr Moosmann
Südkurier vom 22.07.2003