Eine zweite Chance bei der Firma BIW

Schonacher Unternehmen beschäftigt viele Schwerbehinderte / Wohlfahrtsverband verleiht Auszeichnung

Schonach. Behinderte werden bei der Firma BIW nicht als Last angesehen: Gestern zeichnete der Landeswohlfahrtsverband das Schonacher Unternehmen als "besonders behindertenfreundlich" aus.

Ein unverschuldeter Unfall raubte Markus Hamm vor 15 Jahren die Zukunftsperspektive: Der heute 42-jährige trug so starke Verletzungen davon, dass der Grad seiner Behinderung seither auf 100 Prozent eingestuft wird - damit hatte er schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt. Bei der Burger Industriewerk GmbH bekam er eine neue Chance: Im Jahre 2001 stellt ihn das Unternehmen ein, er arbeitet an einer modernen Drehmaschine.
Markus Hamm hat bei BIW 18 behinderte Kollegen. Damit beschäftigt das insgesamt 274 Mitarbeiter zählende Unternehmen mehr Schwerbehinderte, als es rechtlich müsste - das Gesetz schreibt eine Quote von fünf Prozent der Beschäftigten vor.
Der hohe Anteil Schwerbehinderter ist einer der Gründe, weshalb der Landeswohlfahrtsverband Baden die BIW nun als "besonders behindertenfreundliches Unternehmen" auszeichnete. "Burger ist ein beispielhaftes Unternehmen von denen wir in Deutschland noch viel mehr bräuchten", sagte Gerhard Vigener, der Direktor des Landeswohlfahrtsverbandes gestern bei der Übergabe der Urkunde in Schonach.
Die Auszeichnung beweise, dass Behinderte keine Nachteile einbrächten, sagte Landrat Karl Heim. Schließlich bestehe der metallverarbeitende Betrieb im harten Wettbewerb.
Den BIW-Geschäftsführer Wolfgang Förtsch stellte Schonachs Bürgermeister ins Zentrum seiner kurzen Rede: "Er ist einer, der immer ein offenes Ohr hat und nach Lösungen sucht", sagte Frey. Auf diesem Weg sei es in der Vergangenheit immer wieder gelungen, Menschen mit sozialen Problemen wieder in die Arbeitswelt einzubinden
"Wir sind sehr stolz auf die Auszeichnung", sagte der Geschäftsführer Wolfgang Förtsch, nachdem er die offizielle Urkunde erhalten hatte. "Wir versuchen bei uns, einen große Familie zu sein." Dass in der BIW-Familie auch Behinderte ihren Platz haben, ist für den Firmenchef eine Selbstverständlichkeit: "Auch Behinderte können eine ausgezeichnete Arbeit machen", ist Förtsch überzeugt.
Der Schwerbehinderte Markus Hamm trägt zum Familienleben bei. " Die Arbeit macht mir Spaß", sagt er und steht mit einem Lachen an der Maschine. Das Lachen hilft der ganzen Abteilung: "Er bring hier morgen gute Laune rein", erzählt ein Mitarbeiter.

Die Ehrung "besonders behindertenfreundliches Unternehmen" wird vom Landeswohlfahrtsverband Baden jährlich vergeben - an jeweils eine Firma in Nord- und Südbaden.
Kriterien sind unter anderem die Überfüllung der Pflichtquote für schwer behinderte Beschäf-tigte und vorbildliche Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung Behinderter.

von Jörg Heinzle

Schwarzwälder Bote vom 22.07.2003

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