Kooperation sichert den Azubi Nachwuchs
BIW arbeitet eng mit Dom-Clemente-Schule zusammen
Schonach. "Es gab Jahre, in denen wir für die gewerbliche Ausbildung kaum Nachwuchs fanden", fasst Wolfgang Förtsch die Probleme zusammen, die das Burger Industriewerk, kurz BIW genannt, in den 90er-Jahren hatte. "Holzverarbeitung war damals angesagt und die Metallberufe hatten das Nachsehen."
Dank einer funktionierenden Kooperation von Schule, Firma und Gemeinde hat sich das Blatt in Schonach inzwischen gewendet. BIW kann sich jetzt die Azubis aussuchen.
"Ich wollte wissen, wie es den Firmen in der Gemeinde geht, und die Schwierigkeiten mit dem Nachwuchs drängten eben besonders", zieht Jörg Frey, seit 1995 Schonacher Bürgermeister, Bilanz.
Aus ersten Gesprächen direkt nach seinem Amtsantritt entwickelte sich eine feste Zusammenarbeit von fünf Firmen und der Dom-Clemente-Schule, die sich sehen lassen kann: Betriebsbesichtigungen, Meister und Lehrlinge, die in der Schule ihre Arbeit vorstellen, Lehrpraktika, Technikunterricht für kleine Gruppen Jugendlicher, die im Betrieb ein Werkstück herstellen.




Das Schulpraktikum ist nichts Neues - außer für die Schüler. Auch die Achtklässler der Triberger Realschule konnten von Ausbilder Thomas Kosch einiges lernen.


Lernniveau steigt in ungeahnte Höhen

"Aber auch die Schule profitiert", ist Jürgen Schauer überzeugt. Er ist Rektor der Grund- und Hauptschule mit angegliederter Werkrealschule. "Die Zahl unserer Schüler, die in eine Ausbildung übernommen werden, steigt stetig."
Auch das Lernniveau erreicht ungeahnte Höhen. Schauer:"Mit einem konkreten Ziel vor Augen wächst eben auch der Ehrgeiz, und die Schulnoten verbessern sich fast von selbst."
Von der Dom-Clemente-Schule kommen auch der Industriemechaniker Sven Kammerer und der Werkzeugmechaniker Adrijan Limani. Beide arbeiten bei BIW.



Facharbeiter Adrijan Limani (links) und Azubi Sven Kammerer kommen beide von der Dom-Clemente- Schule. Die engen Kontakte zwischen Schule und Firma finden sie positiv.


Interessanter Technikunterricht

Kammerer: "Ich fand besonders den außerschulischen Technikunterricht interessant: weil man da stärker in die Tiefe geht als beim Schnupperpraktikum. "Gespräche mit Freunden und Eltern gaben bei ihm den Ausschlag für die BIW-Lehre.
Adrijan Limani kam nicht in den Genuss der Schonacher Sondermaßnahmen: "Ich habe mich aufgrund des üblichen Praktikums für die Ausbildung entschieden. Wenn es aber die ganze Palette der Kooperationsmaßnahmen bei mir schon gegeben hätte, dann hätte ich mich vielleicht bereits in der Schule stärker reingekniet."


Zufriedene Kooperationspartner: Rektor Schauer, Bürgermeister Frey und BIW-Geschäftsführer Wolfgang Förtsch (von links) vor dem Schaukasten in der Dom-Clemente-Schule.

Quelle: AKTIV Wirtschaftszeitung Ausgabe Südwest, Nummer 11vom 24.Mai 2003

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