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Schonach. Als "Lieferant des Jahres" wurde die Schonacher Firma BIW im Frühjahr von ihrem amerikanischen Hauptkunden John Deere ausgezeichnet. Nun hat das Unternehmen erneut Grund zur Freude: Es wurde am Mittwoch vom Wirtschaftsministerium und Landessportverband zum "Partnerbetrieb des Spitzensports" von 2010 bis 2014 ausgezeichnet."
Es war für uns überraschend, als wir vom Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald die Mitteilung bekamen, dass er uns für die erstmalige Auszeichnung dieser Art durch das Wirtschaftsministerium und den Landessportverband vorgeschlagen hat", erzählte BIW-Geschäftsführer Wolfgang Förtsch gestern in einem Pressegespräch und nannte gleich den Grund: Die heimischen Leistungssportler im Skisport wie Urban Hettich, Andy Scherer, Olympiasieger Georg Hettich (Praxissemester während des Studiums) und nun Julian Wölfle, waren bei BIW beschäftigt beziehungsweise in Ausbildung.
Förtsch schwärmte von dem "sehr würdigen Rahmen" der Auszeichnungsfeier am Mittwoch im Römerkastell in Stuttgart-Bad Cannstatt. An der Feier nahmen zahlreiche Unternehmer aus ganz Baden-Württemberg teil.
Die Würdigung der 16 Unternehmen und sechs Einrichtungen der Kommunen und Verbände, die durch die Ausbildung oder Beschäftigung eines Topathleten den Spitzensport fördern, erfolgte im Rahmen des Unternehmertags 2010 der Arbeitgeber und schloss sich unmittelbar an die Reden von Ministerpräsident Stefan Mappus und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt an. Beide Hauptredner beglückwünschten die ausgezeichneten Unternehmen und Einrichtungen zu ihrem Engagement. Zuvor hatten diese von Wirtschaftsminister Ernst Pfister und dem Präsidenten des Landesspsortbundes (LSV) Dieter Schmidt-Volkmar eine Urkunde überreicht bekommen. Sie erklärten: "Sport und Wirtschaft haben vieles gemeinsam und können voneinander profitieren. Erfolgreiche Spitzensportler können uns zeigen, wie man mit Ausdauer und Disziplin erfolgreich wird, und sie sind wichtige Image- und Werbeträger für die Unternehmen, für den Wirtschaftsstandort und das Land Baden-Württemberg". Auszeichnung soll zum Nachahmen motivieren "Der Sport vermittelt nicht nur Werte wie Fairness und Teamgeist, sondern fördert auch die Identifikation der Menschen mit ihrer Heimat. Gerade der Spitzensport hat dabei eine herausragende Vorbildfunktion. Mit der Initiative ›Spitzensportland Baden-Württemberg‹ schafft der Landessportverband Spitzensportlern optimale Trainingsbedingungen und unterstützt sie auch über ihre aktive Karriere hinaus. Die Landesregierung unterstützt diese Bemühungen mit konkreten Initiativen wie der Auszeichnung ›Partnerbetrieb des Spitzensports‹, sagte Mappus. Wie Förtsch weiter berichtete, sieht es der Ministerpräsident als wichtig an, dass die Betriebe den schulischen und sportlichen Weg der Leistungssportler unterstützen, damit diese für die Zeit nach ihrer aktiven Zeit auch vorgesorgt haben. Außerdem solle die bisher nur in Baden-Württemberg existierende Auszeichnung weitere Unternehmen und Einrichtungen zur Nachahmung motivieren. "Wir haben mit den bisher geförderten Leistungssportlern nur gute Erfahrungen gemacht", betonte Förtsch. "Sie sind leistungsbewusst, charakterfest und teamfähig. Solche Leute, die auch Ansporn für andere Azubis sind, braucht ein Unternehmen". Wichtig sei auch, dass unter den "Azubis" kein Neid herrsche. Im Gegenteil. Sie würden sich gegenseitig unterstützen und brächten alle gute Leistungen. Leistungssportler sind wichtige Vorbilder Julian Wölfle, der nach dem Realschulabschluss jetzt sein drittes Ausbildungsjahr zum Werkzeugmechaniker absolviere, sei trotz 54 Fehltagen 2009 aufgrund von Trainingseinheiten, von denen er bis zu acht pro Woche absolviere, momentan der beste "Azubi". Auch Ausbildungsleiter Bernd Kienzler lobte den "sehr ehrgeizigen" 20-Jährigen. Er ist sicher, dass dieser im November (Theorie) und im Januar (Praxis) nach dreieinhalbjähriger Ausbildungszeit "eine gute Prüfung ablegen wird".
Gestern konnte der junge Sportler bei dem Pressegespräch nicht dabei sein, da er sich bereits auf dem Weg zu den Deutschen Meisterschaften in Oberhof befand, wo er erstmals bei den Erwachsenen starten wird. Am Mittwoch standen Wölfle und Förtsch bei der Feier in Stuttgart noch Interviewpartner Michael Antwerpes zur Verfügung. Förtsch hob dabei auch hervor, dass Schonach 2011 der einzige Wintersportort im Land ist, der einen Weltcup in der Nordischen Kombination austrägt. Er dankte dabei auch in seiner Funktion als Bürgermeisterstellvertreter Mappus für die Unterstützung im Zuge des Schanzenausbaus, was ganz im Sinne von Bürgermeister Jörg Frey war. Der Gemeindechef gratulierte gestern Förtsch zur "tollen Auszeichnung". Es sei wichtig, dass die Athleten Sport und Ausbildung parallel absolvieren. Ein erfolgreiches Musterbeispiel dafür sei Georg Hettich. Vorbildlich sei zudem, dass in Schonach solche Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und der Nachwuchs aktiv gefördert werde, denn letztlich lebe der Wintersportort auch vom Spitzensport und nur durch solche Betriebe wie BIW hätten Leistungssportler die Chance, Schule, Ausbildung und Sport zu vereinbaren.
Bürgermeister Jörg Frey gratuliert BIW-Geschäftsführer
Wolfgang Förtsch und Ausbildungsleiter Bernd Kienzler Bild: Christel Börsig-Kienzler |


